Dieser Punkt könnte noch wertvoll sein21.11.22

Trotz Niederlage von Volley Luzern: Dieser Punkt könnte noch wertvoll sein

Trotz guter Leistung und Rekordkulisse verliert Volley Luzern das Heimspiel gegen Schönenwerd mit 2:3.


Text: Alex Piazza / Luzerner Zeitung vom 22.11.2022

Die zuletzt überzeugenden Leistungen von Volley Luzern müssen sich herumgesprochen haben. Beim Spitzenspiel vom Sonntag gegen Schönenwerd kamen über 300 Fans in die Luzerner Bahnhofhalle. «Das sind so viele wie seit drei Jahren nicht mehr», gab ein sichtlich erfreuter Präsident Richard Gehrlach nach Spielschluss zu Protokoll. Der riesige Publikumsaufmarsch tröstete den Präsidenten auch etwas über die bittere 2:3-Niederlage hinweg:

«Das ist eine schöne Genugtuung für die grossartige Arbeit, die unsere Leute im Hintergrund Woche für Woche verrichten.»

Es war ein ausgeglichener Fight, den sich die beiden ersten Verfolger von Leader Chênois Genf lieferten. Die Gastgeber starteten mit unbändigem Siegeswillen und hoher Konzentration, gingen sofort mit 5:1 in Führung und sicherten sich den ersten Satz mit 25:20. Auch die Reaktion nach dem knapp verlorenen zweiten Satz konnte sich sehen lassen: Luzern gewann den dritten Satz mit 25:22, nachdem man zwischenzeitlich mit bis zu vier Punkten im Hintertreffen gelegen hatte.

Zu viele banale Fehler der Luzerner

Die Blauweissen überzeugten in dieser Phase vor allem am Block und in den Spielzügen durch die Mitte. Ngagne Fall Serigne und Alex Lengweiler waren im Zentrum eine Bank – und auch Diagonalspieler Listanskis erzielte in dieser Phase die Punkte, die ihm am Schluss den Titel des Topskorers einbrachten. Im vierten Satz kehrte die Partie allerdings zu Gunsten der Gäste aus Schönenwerd. Mit Mahela, Gerson und Nati-Crack Luca Ulrich hatten die Solothurner drei Spieler in ihren Reihen, die jetzt mächtig Druck ausübten. Die Luzerner hielten zwar tapfer dagegen, begingen aber in den entscheidenden Momenten zu viele banale Fehler. Die Folge: Die Sätze 4 und 5 gingen mit 21:25 und 12:15 verloren. Letztlich war es ein verdienter Sieg der auf dem Papier höher kotierten Gäste. Trotzdem war Luzern-Trainer Ignacio Verdi stolz auf seine Mannschaft:

«Wir haben hervorragend gespielt, waren aber in den entscheidenden Momenten zu wenig clever.»

Der Italo-Argentinier strich sogleich das Positive hervor. Zum Beispiel, dass man sich gegen einen starken Gegner einen Punkt gutschreiben liess, der im Kampf um die Playoff-Plätze noch sehr wichtig werden könnte. Oder die Entwicklung des 19-jährigen Jonas Peter, der ab Satz 3 als Teilzeit-Libero zum Einsatz kam. «Wenn er geduldig bleibt und Spiel für Spiel dazulernt, hat er eine grosse Zukunft vor sich», so Verdi.

Gegen Lausanne ist ein Sieg Pflicht

Durch die knappe Niederlage rutschte Volley Luzern in der Tabelle auf Rang 4 ab. Nun stehen zwei weitere Heimspiele an. Am Samstag (18 Uhr) gastiert Lausanne in der Bahnhofhalle, eine Woche später Leader Chênois. Gegen die auf dem zweitletzten Rang platzierten Lausanner ist ein Sieg Pflicht. Das sieht auch Ignacio Verdi so: «Wenn wir so spielen wie heute, werden wir sie schlagen. So wie wir in dieser Liga jeden Gegner schlagen können.» Aber auch gegen jeden verlieren, wie sich am Sonntag zeigte. Klar ist indes: Die Mannschaft, die man in den letzten drei Partien am Werk sah, hat definitiv das Zeug, um am Schluss der Qualifikationsrunde auf einem der vier begehrten Playoff-Plätze zu landen. Eventuell sogar auf dem obersten Treppchen? Verdi: «Man muss grosse Träume haben. Nur so kann man auch besser werden.»

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