Ein Linkshänder für Volley Luzern, das macht das Team unberechenbarer23.08.22

Volley Luzern steht in der Vorbereitung zur neuen NLA-Saison. Auf der Diagonalposition kommt es nochmals zu einer Rochade.

  • Concordia Volley Luzern - LuzerzerZeitung

Bild: PD in LZ - "Valdas Listanskis, Sportchef und Libero Jörg Gautschi, Assistenztrainer Ignacio Verdi und der Senegalese Serigne Ngage (von links)."

Text: Stephan Santschi / Luzerner Zeitung vom 23.08.2022

 

Er war der Topskorer von Volley Luzern, in der Saison 2019/20 sogar der beste Punktesammler der gesamten NLA. Dass dies die finanziellen Ansprüche nicht verkleinert, versteht sich von selbst und so musste Luzern seinen Diagonalangreifer Edvarts Buivids in diesem Sommer ziehen lassen. Als Ersatz pries man vor kurzem Ryan Mather an, mit grossen Vorschusslorbeeren wohlbemerkt, in der vergangenen Spielzeit sei er der beste Angreifer in der dänischen Meisterschaft gewesen. Doch der Amerikaner musste schon vor dem Trainingsstart am Montag, 15. August, Forfait geben, die schleppende Genesung einer Fussverletzung verursachte zu viel Ungewissheit.

Tim Köpfli wechselt nach Italien

Und so begaben sich die Luzerner nochmals auf die Suche, um ihre Königsposition angemessen zu besetzen. Fündig wurden sie bei Valdas Listanskis, ein 25-jähriger und 2,02 Meter grosser Litauer, der zuletzt in Ungarn gespielt hat. «Er ist ein super Typ, topmotiviert, Valdas bringt alles mit, was es auf dieser Position braucht – ich bin hell begeistert», frohlockt Sportchef Jörg Gautschi. Bemerkenswert: Listanskis ist Linkshänder, was Luzern unberechenbarer machen dürfte. Die Planung für die Anfang Oktober beginnende Saison ist damit abgeschlossen. Neun Abgängen stehen sieben Neuzuzüge gegenüber (wir berichteten), als letzte Personalien klärten sich neben Listanskis jene von Tim Köpfli und Stig Döös Traagstad. Während sich Köpfli verabschiedet und künftig bei Cuneo Volley in der zweithöchsten italienischen Liga spielt, bleibt Döös Traagstad und wird mit Bruno Jukic, Luca Müller und Nathan Broch eine rein schweizerische Formation auf der Aussenposition bilden. «Jung und frech», so umschreibt Gautschi das Kader, «die Verantwortung ist auf mehr Schultern verteilt.» Zu viel hing in der Vergangenheit von den Auftritten von Buivids ab.

ür Zuversicht sorgen auch die Transfers im Mittelblock. Der Schweizer Nationalspieler Alex Lengweiler und der 2,06 Meter grosse Senegalese Serigne Ngage Fall verfügen über viel Offensivpotenzial.

Findet Jörg Gautschi seinen Nachfolger?

Lengweiler war ebenso wie Passeur Peer Harksen, Müller und Jukic Teil der Schweizer Nationalmannschaft, die am Sonntag die erstmalige Qualifikation für eine Europameisterschaft geschafft hat. Harksen und vor allem Lengweiler erhielten viel Spielzeit und konnten sich so schon vor dem ersten Klubtraining auf hohem Ernstkampfniveau einspielen.

In dieser Woche werden die Luzerner erstmals komplett trainieren, mit dabei ist auch wieder Trainer Marco Fölmli, der im Schweizer Staff als Coach fungierte. Vertreten wurde er in der ersten Trainingswoche von Ignacio Verdi, der Jorge Garcia als Assistenztrainer bei Volley Luzern abgelöst hat. Verdi ist Italo-Argentinier und profitiert an der Seitenlinie von der Übersicht, die ihn zu Aktivzeiten als Zuspieler ausgezeichnete. Den Rest des Kaders bilden hoffnungsvolle Talente, namentlich Dominik Lubina (Diagonal), Manuel Alessandrini (Mitte), Yves Charpilloz (Pass) und Jonas Peter, wobei Letzterer, so hofft der 38-jährige Gautschi, ihn dereinst als Libero ablösen kann.

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