Luzerner engagieren einen finischen Zweimetermann03.07.21

Nationalspieler Tim Köpfli bleibt, der Finne Henrik Porkka kommt – das Luzerner Volleyball-NLA-Team nimmt weiter Formen an.

  • Henrik Porkka (beim Smash) als Spieler des finnischen Teams von Hurrikans-Loimaa. Bild: Kasper Kirklewski/Imago


Text. Stephan Santschi, Luzerner Zeitung

Zunächst schien es, als ob Jörg Gautschi der einzige Akteur sein würde, der im NLA-Kader von Volley Luzern übrig bleibt. Nun aber hat neben dem Libero auch der 25-jährige Schweizer Nationalspieler Tim Köpfli seinen Vertrag verlängert. «Er schaute sich noch nach einem Angebot im Ausland um, wir haben schon etwas um ihn gebangt. Dass Tim nun bleibt, ist perfekt und sehr wichtig für uns», frohlockt Gautschi, der seit sechs Jahren auch als Sportchef fungiert. Köpfli, mit 192 Punkten Luzerns Topskorer der letzten Saison, soll auf der Aussenposition noch mehr Verantwortung übernehmen.

Eine weitere wichtige Personalie hat Gautschi im Mittelblock erledigen können. Aus Näfels kommt mit Henrik Porkka ein finnischer Nationalspieler, der mit 2,02-Metern Gardemass verkörpert. «Er verfügt über eine grosse Angriffshöhe und liest das Spiel sehr gut. In Näfels hat er sein Potenzial nicht ausschöpfen können. Doch wenn wir seine Intensität und Power steigern, wird Henrik unser Spiel ausgewogener machen», erklärt Gautschi. Die Sprungkraft scheint der 23-jährige Porkka jedenfalls in den Genen zu haben, sein Vater war in den Achtzigerjahren finnischer Meister und Rekordhalter im Hochsprung. Grosse Erwartungen hat Gautschi diesbezüglich auch an den neuen Passeur Peer Harksen, der Porkka im Training mit vielen Zuspielen in Fahrt bringen soll.

Zuger Peer Harksen war der Türöffner

Generell ist der Zuger Peer Harksen so etwas wie der Türöffner für die Zusammenstellung des neuen Kaders. «Er war der Erste, der zugesagt hat, egal, was kommt», erzählt Gautschi.

Daraufhin liessen sich mit Diagonalangreifer Edvarts Buivids, Aussenangreifer Luca Müller und Mittespieler Marcel Häfliger weitere Akteure zu einer Rückkehr nach Luzern überzeugen (wir berichteten). Sogar Jörg Gautschi selbst wurde von den Neuzuzügen inspiriert, überdachte seinen Rücktrittsentscheid und wird im Alter von 36 Jahren unter dem Motto «last dance» eine allerletzte Saison anhängen. «Ich mache es ja gerne, es ist für mich kein Müssen», fügt das Energiebündel mit einem Schmunzeln an.

Jörg Gautschi arbeitet seinen Nachfolger ein

2022 wird für den Spieler Gautschi dann aber definitiv Schluss sein. Die Frage nach der Nachfolge stellt sich bereits jetzt, zumal Tim von Wyl, sein Back-up der letzten Jahre, aus Studiengründen sportlich kürzertreten wird. Neuer Ersatzmann von Gautschi und Perspektivspieler für die Zukunft ist Jonas Wigger. Der 24-Jährige war zuletzt bei 1.-Ligist Emmen engagiert, wo er unter den Fittichen des neuen Volley-Luzern-Trainers Marco Fölmli stand. «Wir wollten Jonas schon vor Jahren holen, nun kann er sich ohne Druck dem NLA-Level annähern.»

Die Position des Libero werde im Volleyballsport immer wichtiger, merkt Jörg Gautschi an, in Deutschland werde der Libero zuweilen sogar als Co-Trainer bezeichnet. Der Grund: Durch das Pendeln zwischen Spielfeld und Bank erhält der Defensivspezialist einen anderen Blick auf das Geschehen, gibt Inputs und organisiert das Spiel.

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