Zweiter Knockout für Volley Luzern06.02.22

Die Luzerner Volleyballer verpassen nach der 1:3-Niederlage gegen Schönenwerd definitiv die NLA-Playoffs.

  • CONCORDIA Volley Luzern / Luzerner Zeitung

Bild: Boris Bürgisser in LZ - "Volley Luzern mit Edvarts Buivids (links) hatte gegen Schönenwerd nicht viel zu melden". 

Text: Stephan Santschi / Luzerner Zeitung 06.02.2022

 

Nur eine Woche nach der ernüchternden 0:3-Niederlage gegen Näfels im Cup-Viertelfinal scheitern die Luzerner NLA-Volleyballer auch in der Meisterschaft. Drei Siege wären in den verbleibenden drei Partien der Qualifikationsphase nötig gewesen, um sich die Chance auf die Playoff-Halbfinals zu wahren. Doch schon bei der ersten Gelegenheit geht Luzern K.o., am Samstag verlor es das Heimspiel gegen Schönenwerd mit 1:3, womit eine Klassierung unter den Top 4 nicht mehr möglich ist. «Wir haben es vergeigt», ärgerte sich Peer Harksen.

Der Captain und Passeur der Luzerner war zum besten Akteur seines Teams gewählt worden, die Gratulationen nahm er allerdings mit einem leeren Blick zur Kenntnis. «Gegen die Spitzenteams schaffen wir sogenannte Sensationen. In den entscheidenden Spielen rufen wir aber die Leistung nicht ab, dann kriegen wir das Nervenflattern», monierte er. Ausreden mochte Harksen keine suchen, weder die Verletzungen zu Saisonbeginn noch die Unerfahrenheit in Teilen des Kaders nutzte er als Begründung. «Solche Probleme haben andere Teams auch.»

19-Jähriger düpiert Luzerns Abwehr

Schönenwerd beispielsweise musste kurzfristig auf den Ausfall seines Captains Nico Beeler reagieren. In die Bresche sprang der erst 19-jährige Cyril Kolb, und wie! Immer wieder düpierte der Aussenangreifer die gegnerische Abwehr und verkörperte dabei jene Cleverness, die den Luzernern im Kollektiv abging. «Kolb zeigte ein sensationelles Spiel, er hat uns kaputtgemacht. Generell bekamen wir das Spiel von Schönenwerd nicht in den Griff», kritisierte Luzerns Trainer Marco Fölmli.

In den ersten beiden Sätzen fanden die Luzerner nicht einmal in die Crunchtime, wenn in den letzten Zügen die entscheidenden Punkte gespielt werden. 20:25 ging der erste Durchgang verloren – vor allem, weil Schönenwerds Services mehr Wirkung als die eigenen Aufschläge zeigten. 17:25 endete der zweite Satz, weil der Topskorer der Gäste zu grosser Form auflief. Gnadenlos drosch der US-Amerikaner Jalen Penrose die Bälle zu Boden, während sein Pendant, Luzerns Edvarts Buivids, zu oft im Block hängen blieb.

Peer Harksen will in Luzern bleiben

Obwohl die Playoff-Qualifikation zu diesem Zeitpunkt bereits nur noch theoretisch möglich war, bäumte sich Luzern im dritten Satz auf, fand über die Mitte zu mehr Angriffseffizienz und profitierte gleichzeitig vom Nachlassen der Solothurner. Luzerns CEO Richard Gehrlach gab an der Pauke mit kräftigen Schlägen den Takt vor, die Mannschaft folgte dem Rhythmus und lieferte endlich jenen Abnützungskampf, den man sich über die gesamte Spieldauer hinweg gewünscht hätte. Der dritte Satzball schliesslich sass (27:25), der Gastgeber verkürzte auf 1:2.

Die Baisse von Schönenwerd war aber nur vorübergehender Natur, während Volley Luzern in allen Belangen zu fehlerhaft agierte, um eine Wende zu erzwingen. Mit 19:25 verlor es Satz vier, mit 1:3 das Spiel und damit den Kampf um die Playoff-Halbfinals. Die Saison werde man nun nicht schleifen lassen, verspricht Harksen, in der Klassierungsrunde strebe man nach Platz fünf. «Wir werden Vollgas geben, das macht mehr Eindruck bei Zuschauern und Sponsoren.» Parallel dazu läuft die Planung der nächsten Spielzeit. «Ich möchte in Luzern bleiben», betont Harksen, der dem Verein wie im letzten Sommer bei der Kaderzusammenstellung hilft. «Den Kern würden wir gerne behalten.»

Luzern – Schönenwerd 1:3
Bahnhofhalle. – 150 Zuschauer. – Spieldauer: 96 Minuten. – Satzergebnisse: 20:25, 17:25, 27:25, 19:25. – Luzern: Harksen, Köpfli, Häfliger, Mejía, Broch, Gautschi (Libero), Buivids; Jukic, Döös, Schmid, Moser, Porkka.

 

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