Luzern gewinnt gegen Amriswil 3:102.12.17

Volley Luzern gewinnt sensationell in Amriswil

Volley Luzern konnte sein Spiel in den letzten Wochen stetig verbessern und dies wiederspiegelte sich auch in der Tabelle. Mit vier Siegen aus den letzten fünf Spielen kletterten die Bluebrothers vorübergehend auf den starken vierten Tabellenplatz. Am Wochenende jedoch warteten mit Volley Amriswil und Volley Schönenwerd zwei echte Gradmesser. Seit dem Aufstieg in die höchste Spielklasse 2015 blieb den Luzernern ein Sieg in der Meisterschaft gegen die beiden Teams verwehrt. Ansonsten konnte man sämtliche Konkurrenz mindestens einmal bezwingen. Mit einem 3:0 Erfolg gegen Schönenwerd gelang den Innerschweizer 2015 eine kleine Cup-Sensation und so verblieb Amriswil der einzige ungeschlagene Gegner.

Am Samstag reisten die Leuchtenstädter nach Amriswil, um der Ungeschlagenheit des amtierenden Schweizermeisters ein Ende zu setzen. VBL Reisen stellte den Luzernern einen grossen Car zur Verfügung und sorgte damit für eine angenehme Fahrt – vielen Dank VBL Reisen. Die entspannte Atmosphäre der Anreise begleitete das Team dann auch in die Garderobe und später aufs Feld. Nennenswerte Randnotiz: Luca Widmer tauchte als Zuspieler in der Startformation der Luzerner auf. Er überzeugte seine Coaches mit konstant starken Leistungen in den Trainings und verdiente damit einen Einsatz gegen den Ligakrösus aus Amriswil. Seine Nomination rechtfertigte er sogleich: Mit sehenswerten Verteidigungsaktionen und präzisen Zuspielen beteiligte er sich massgeblich an der zwischenzeitlichen 8:4 Führung für Luzern. Auch in der Folge liessen die Zentralschweizer nicht locker und bauten ihren Vorsprung kontinuierlich aus. Der favorisierte Gastgeber schien darauf nicht vorbereitet gewesen zu sein, reihte Servicefehler an Servicefehler und verhalf Luzern zum 25:20 Satzgewinn.

Die einheimischen Zuschauer und der Speaker teilten folgende Ansicht: Die schlechte Leistung von Amriswil, weniger die überragend spielenden Luzerner, waren für den Spielstand ausschlaggebend. Demnach waren die Thurgauer davon überzeugt, dass ihre Mannschaft Abschnitt zwei bestimmen und das Spiel drehen würde. Luzern verfolgte jedoch ganz andere Pläne, übernahm sogleich wieder die Führung und distanzierte die Ostschweizer Punkt für Punkt. Beim Stand von 11:6 ertönte Freddys Gedanke, der wohl von allen Luzerner Akteuren geteilt wurde: „Lömmer die jetzt ärnschthaft 3:0 abe?!“ Die Antwort darauf lautete leider nein. Nationalspieler Jovan Djokic, auf diese Saison hin von Lausanne nach Amriswil transferiert, setzte mit seinen „Jump Serves“ Luzerns Annahme gewaltig unter Druck und läutete damit Amriswils Aufholjagd ein. Bis zum Satzende lieferten sich die beiden Kontrahenten ein Kopf an Kopf rennen, das schlussendlich mit 25:22 an die Thurgauer ging.

Der Verlust des zweiten Durchgangs war doppelt bitter. Einerseits vergaben die Luzerner einen deutlichen Vorsprung und andererseits hatte man das Spielgeschehen stets unter Kontrolle, liess dann aber ein paar einfache Bälle unnötig auf den Boden fallen. Trotzdem betonten Bertolacci und Sketcher das Positive aus Satz zwei: „The game was in our control“. „Das Zepter in die Hand nehmen und das Spielgeschehen weiterhin kontrollieren“ – mit diesen Gedanken starteten die Leuchtenstädter in den dritten Satz. Amriswil konnte seine anfängliche Fehlerquote reduzieren und es entwickelte sich ein tolles Spiel auf Augenhöhe. Beide Mannschaften überzeugten mit einem souveränen Sideout-Spiel und so war ein stets enger Spielstand nicht verwunderlich. Kurz vor der zweiten technischen Auszeit realisierten die Gäste drei Punkte in Serie und man vermochte sich vom Gegner abzusetzen (16:13). Amriswil, plötzlich wieder unter Druck geraten, unternahm in der Folge alles, um den Anschluss wieder zu finden – vergebens. Luzern hielt dem Druck stand und gewann Satz drei gleich mit 25:19.

Der vierte Satz war ein Spiegelbild des Dritten. Lange Zeit offenbarte die Anzeigetafel einen ausgeglichenen Spielstand, bis sich die Zentralschweizer beim Stand von 13:13 erneut absetzten. So führte man beim Technical Timeout wie bereits im Satz zuvor mit 16:13. Nun folgte die heisse Phase. Für Luzern lagen die drei Punkte und der ersehnte Sieg gegen Amriswil in Greifweite. Amriswil stand nun aber mit dem Rücken zur Wand und legte noch einmal alles in die Waagschale, um die drohende Niederlage abzuwenden. Was dann folgte, ist schlicht und einfach „Weltklasse“, natürlich für Luzerner Verhältnisse. Als Amriswil mit drei Punkten in Serie zum 22:19 aufschloss, wurden die Nerven der jungen Luzerner noch einmal richtig getestet. Luca Widmer, bei seinem ersten Volleinsatz für Luzern, antwortete mit einer Passeur-Finte und buchte den so wichtigen Punkt für Luzern. Unglaublich aber wahr, beim Stand von 24:20 und Matchball für Luzern setzte Widmer noch einmal zur Finte an und sicherte Luzern den vielumjubelten Sieg gegen Amriswil. Damit hat er die Auszeichnung zum besten Spieler der Partie mehr als verdient – herzliche Gratulation! Die Auszeichnung zum MVP hätte an diesem Samstag aber jeder einzelne verdient: Libero Gautschi sorgte mit Ulrich und Müller für eine fast perfekte Annahme; Topskorer Brzakovic, Ulrich und Müller erreichten alle Topwerte in der Angriffsstatistik; Amstutz und Frame waren für eine Luzerner Mauer besorgt und auch die Spieler auf der Bank und die Coaches hatten ihre Anteile am Sieg.

Am nächsten Samstag, 09.12.2017 treffen die Bluebrothers um 17.30 Uhr ausswärts auf Lausanne und versuchen die eindrückliche Auswärtsserie auszubauen. [rw]

Hopp Blauwiis!

Volley Amriswil – Volley Luzern: 1:3
Sätze: 20:25, 25:22, 19:25, 20:25
Amriswil, Tellenfeld, 456 Zuschauer
Schiedsrichter: Philippe Schürmann, 2. Schiedsrichter: Patrick Fonio
Volley Luzern mit: Amstutz, Brzakovic, Frame, Gautschi, Müller, Ulrich, Widmer, Stadelmann, Wicki, Harksen, Harksen, Willimann – ohne Häfliger (verletzt)
Coaches: Bertolacci, Sketcher.

Mehr zum Spiel erfahren Sie über den Link zu VolleyNews von Swiss Volley:

http://www.volleyball.ch/swiss-volley/informationen/news/news-detail/luzern-coup-in-amriswil-11313/

 

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